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Wohnungsbedarf der steirischen Gemeinden

Ein Modell zur Abschätzung der zukünftigen Entwicklung

Bereits 1999 wurde im Auftrag des Landes Steiermark ein Modell zur Berechnung des Wohnungs- und Baulandbedarfes der steirischen Gemeinden entwickelt. Im August 2001 wurde auf Basis der Rohdaten aus der Volkszählung 2001 einerseits eine Überprüfung des Modells und anderseits eine exaktere Bestimmung der Werte für das Prognosejahr 2006 vorgenommen.
 

Inhalt

 

Einführung

In unserem System der Raumordnung werden die wesentlichen Entscheidungen über den (Wohn-)Baulandverbrauch auf örtlicher Ebene getroffen, wobei nicht immer nur realistische und raumordnungsfachlich vertretbare Wünsche und Zielvorstellungen einfließen. Vielfach sind seitens der Gemeinden auch Überlegungen zum Finanzausgleich im Zusammenhang mit der Einwohnerzahl ausschlaggebend.

Dies verleitet die Gemeinden häufig zu einem Wettbewerb um Einwohner, der zu einer offensiven Akquisition und Baulandausweisung - oft unabhängig von Bedarf, Eignung, Infrastruktur und Finanzierbarkeit der Folgekosten - führt. Ergebnisse sind oftmals gewaltige Baulandüberhänge sowie unerfreuliche räumliche Entwicklungen (Fehlallokationen von Standorten und Infrastrukturen), die massive ökologische und finanzielle Belastungen hervorrufen.

Das Land hat als Aufsichtsbehörde in der Raumordnung die Aufgabe, diese örtlichen Ziele zu hinterfragen, zu überprüfen und - gegebenenfalls - auch zu korrigieren. Dafür wurden in den Jahren 1998 und 1999 für alle steirischen Gemeinden Bedarfsszenarien zur Abschätzung des künftigen Wohnungsbedarfes gerechnet.

Man stützte sich dabei auf die aktuellsten Prognosegrundlagen zu Wohnbevölkerung und Haushaltsentwicklung, die seitens der Österreichischen Raumordnungskonferenz und der Steirischen Landesstatistik zur Verfügung standen. Die Ergebnisse sind als begründete und nachvollziehbare Szenarien auf Gemeindeebene für das Jahr 2006 zu betrachten. Die Arbeit zielt letztlich auf einen effizienten Ressourceneinsatz bei Wohnbau, Bauland und Infrastruktur ab.

Neuere Untersuchungen (z. B. ÖIR 1999) bestätigen klar den Zusammenhang von Bau- und Siedlungsformen und der Höhe der Infrastrukturfolgekosten. So ist der Aufwand für die innere Erschließung je Wohneinheit in Gemeinden mit vorwiegend Einfamilienhausbau etwa doppelt bis fünfmal so hoch wie bei verdichteteren Bauformen.

In der Vergangenheit begünstigten das Fehlen von Richtwerten und der Mangel an Folgekostenerhebungen das "Übersehen" dieser volkswirtschaftlich enorm teuren Komponenten. Dabei liegen gerade hier beträchtliche Einsparungspotentiale, über deren Nutzung letztlich Gemeinden und Land gemeinsam entscheiden.

Hinsichtlich des künftigen Wohnungsbedarfes bis 2006 können durch diese Arbeit klar folgende wichtige Ergebnisse dokumentiert werden:

  • Der gesamtgesellschaftliche Trend zu Kleinhaushalten wird sich künftig verstärkt auch im Wohnungsneubau widerspiegeln: die Nachfrage nach kleineren, bedarfsgerechten Wohnungen wird überwiegend die Neubautätigkeit stützen.
  • Tendenziell eher rückläufig wird dagegen der Anteil des Einfamilienhauses am künftigen Neubauvolumen zu sehen sein.
  • In vielen Gemeinden ist bereits ein erfreulich hohes Maß an Bedarfsdeckung erreicht – nicht zuletzt auch eine Folge einer Periode mit starken Aktivitäten im steirischen Wohnbausektor mit hohen Neuzugängen. Dies bedeutet aber auch, dass künftig nur mehr mit deutlich geringeren Neubauraten zu rechnen sein wird.

Die Ergebnisse sind jedoch immer auch im kleinräumigen Zusammenhang von Stadt - Umland - Beziehungen sowie kleinen Standorträumen im Nachbarschaftszusammenhang zu sehen, um wohnbau- und raumordnungspolitisch ausgewogene Ergebnisse zu erzielen.

Aufgrund von aktuellen Zahlen der Wohnbevölkerung (STATISTIK AUSTRIA: Rohdaten VZ 2001) wurden die Ergebnisse nunmehr evaluiert und fortgeschrieben. Dabei wurden die prognostizierten Verläufe der Entwicklung der Wohnbevölkerung aufgrund dieser Einwohnerzahlen (nach oben bzw. unten) parallelverschoben.

 

Zusammenfassung der Ergebnisse

Die Wohnbevölkerung der Steiermark, die 2001*) um ca. 1,4% über dem Wert von 1991 liegt, wird bis 2006 auf ca. 1,19 Mio. Einwohner (ca. 0,3% mehr als 1991) abnehmen.

Auf Regionsebene waren zwischen 1991 und 2001 in den Planungsregionen Leibnitz und Graz, Graz-Umgebung*) die höchsten Zuwächse (ca. 5%) zu verzeichnen, gefolgt von den Bezirken Weiz, Fürstenfeld und Feldbach (jeweils über 2%). Die große Zunahme in der Planungsregion Graz, Graz-Umgebung geht überwiegend auf das Konto von Graz-Umgebung (ca. 11%, Graz-Stadt: ca. 2%*)). Starke Rückgänge sind in Leoben (-7,4%!), Bruck an der Mur, Judenburg und Mürzzuschlag zu verzeichnen. Die ursprünglich von der ÖROK erwartete extrem starke Bevölkerungsabnahme für Leoben ist aber nicht in dem Ausmaß eingetroffen. Knittelfeld verzeichnete im Gegensatz zur ÖROK-Prognose (-2%) sogar eine geringfügige Zunahme. In Deutschlandsberg fielen die Bevölkerungsgewinne deutlich geringer, in Mürzzuschlag und Radkersburg die Verluste höher als von der ÖROK erwartet aus.

Zwischen 2001 und 2006 wird nur mehr für den Bezirk Graz-Umgebung eine spürbare Bevölkerungszunahme (2,5%) erwartet. Starke Rückgänge werden für Leoben (-7%!), Judenburg und Bruck an der Mur (jeweils -5%), Rückgänge für Knittelfeld, Mürzzuschlag, Murau, Radkersburg und Voitsberg (jeweils über -2%) erwartet.

Aufgrund der großen Zahl von fertiggestellten Wohnungen im Zeitraum 1991 bis 1999 (über 60.000) besteht für die Steiermark rein rechnerisch von 2000 bis 2006 nur mehr ein Wohnungsbedarf von knapp 23.000 Wohneinheiten (WE). Bei diesen Werten handelt es sich allerdings um die mathematische Aufsummierung der Bezirksergebnisse (Neubedarf minus theoretischem Überhang). Lässt man den theoretischen Überhang außer acht so erhöht sich der Wohnungsbedarf 2000 - 2006 auf knapp über 29.000 WE.

Auf Regionsebene besteht der größte Neubaubedarf 2000 - 2006 für Graz, Graz-Umgebung (ca. 13.000 WE). Er ist auf Graz-Stadt und Graz-Umgebung fast gleichmäßig aufgeteilt. Es folgen Deutschlandsberg, Leibnitz, Weiz, Liezen und Hartberg (jeweils deutlich über 1.000 WE). Im Bezirk Leoben liegen starke Wohnungsüberhänge vor.

Zwischen 1991 und 1999 wurden laut Fertigstellungsmeldungen (STATISTIK AUSTRIA) in der Steiermark 60.602 Wohnungen errichtet. Ein Drittel davon fielen auf die Region Graz, Graz-Umgebung (12.000 WE Graz-Stadt, 8.100 WE Graz-Umgebung). In Liezen und Weiz wurden je ca. 4.500 WE fertiggestellt, in Feldbach und Hartberg 3.500, in Bruck an der Mur, Deutschlandsberg, Leoben und Voitsberg jeweils noch über 2.000 WE.

Insgesamt gesehen ergibt die Evaluierung eine relativ hohe Treffsicherheit der Erstberechnungsergebnisse. Größtenteils wurden auch die Ergebnisse auf Gemeindeebene bestätigt. Nur bei einzelnen Gemeinden liegen größere Abweichungen vor.

Mit Vorliegen der Endergebnisse der Volkszählung 2001 ist die nächste Evaluation bzw. Fortschreibung, mit Vorliegen von neuen Bevölkerungsprognosen der ÖROK die Ausdehnung des Betrachtungszeitraumes auf 2011 geplant.

Externe Verknüpfung Die Ergebnisse im Detail

*) Bitte beachten: Quellen: Rohdaten VZ 2001, Ausnahme Graz-Stadt: Melderegisterdaten zum 1.1.2001

Stand: August 2001

 
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