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Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung - ÖROK-Prognose 2001-2031, Gesamtbevölkerung und Altersklassen

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Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung auf möglichst kleinräumiger Basis stellen eine wichtige Planungsgrundlage dar, auf der zahlreiche Entscheidungen von Raumplanung und Fachpolitiken aufbauen. So ist die Information über wahrscheinliche Entwicklungen der Bevölkerungszahl und deren Struktur (Altersaufbau, Sozialstruktur,...) eine wichtige Grundlage für die Bedarfsplanung von Kindergärten, Schulen oder Alteneinrichtungen, aber auch für Ausbaumaßnahmen im Bereich der technischen Infrastruktur.
Die Darstellung räumlicher Veränderungen kann darüber hinaus Problembewusstsein für die Notwendigkeit raumordnungs- und regionalpolitischer Aktivitäten schaffen.

BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG 2001-2031 (Hauptszenario)

Das Hauptszenario zeigt sehr deutlich, welche Regionen in den nächsten Jahrzehnten wachsen und welche Bevölkerungsverluste verzeichnen werden. Dabei lässt sich das differenzierte räumliche Verteilungsmuster auf drei grundsätzliche Prinzipien reduzieren:
Das erste Prinzip, mit dem die regionale Bevölkerungsdynamik erklärt werden kann, geht von der stadtregionalen Zugehörigkeit der Prognoseeinheiten aus. Alle Bezirke, die innerhalb einer Stadtregion liegen, zeigen deutlich höhere Bevölkerungszunahmen
als die Bezirke außerhalb einer Stadtregion. Die Stadtregionen erweisen sich mehr und mehr als die Wachstumspole der nationalen Wirtschaft und als wesentliche „Knotenpunkte“ einer international operierenden Wirtschaft. Dies hat entsprechende Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und in weiterer Folge auf die Bevölkerungsentwicklung der Stadtregionen.
Dabei muss differenziert werden: Innerhalb der Stadtregion stagnieren die Einwohnerzahlen in den Kernstädten, während in den Stadtumländern die Einwohnerzahlen stark zunehmen. Die Bezirke im Stadtumland sind damit die eigentlichen „Gewinner“ der beobachtbaren und zukünftig zu erwartenden Bevölkerungsentwicklung.
So wird das Grazer Umland in den kommenden 30 Jahren um mehr als +10% EinwohnerInnen gewinnen (Graz-Umgebung +16%, Leibnitz +5%), während die Bevölkerungszahl der Stadt Graz weitgehend stagniert.
Die starke Bevölkerungszunahme der suburbanen Bezirke, die sich bereits in der letzten ÖROK-Prognose von 1996 und in den empirischen Beobachtungen abzeichnete, wird sich zweifellos fortsetzen.
Zuwächse der Wohnbevölkerung sind österreichweit in jenen Regionen zu erwarten, die an den großen Verkehrsachsen des Landes liegen. Entlang dieser Achsen ist eine überdurchschnittlich starke wirtschaftliche Dynamik zu beobachten. Die Standorte weisen eine gute Erreichbarkeit auf und sind für Industrie- und Dienstleistungsunternehmen attraktiv. Dort, wo Effekte der großen Verkehrsachsen mit den Agglomerationsvorteilen der Großstadt zusammenfallen, ist die Dynamik besonders ausgeprägt.

Leoben, Judenburg und Murau gehören zu den österreichischen Bezirken mit den größten Bevölkerungsrückgängen. Das Muster der peripheren Bezirke mit Bevölkerungsrückgang ist damit auch relativ stabil geblieben. Was sich verändert hat, ist die erwartete Dynamik
des Rückganges. Wurde in der letzten Prognose (vgl. ÖROK 1996) noch davon ausgegangen, dass die Rückgänge in diesen Bezirken innerhalb von zwanzig Jahren bis zu 30% betragen könnten, geht die vorliegende Prognose von geringeren Rückgängen (maximal 22%) bis 2031 aus. In einigen Fällen hängt diese relative Verbesserung mit einer gewissen ökonomischen Stabilisierung und neuer wirtschaftlicher Dynamik zusammen. In anderen Fällen sind auf Grund bisheriger Abwanderung und der fortschreitenden Alterung deutlich weniger abwanderungsbereite Personen vorhanden.

Der Anteil der Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren wird bis zum Ende des Prognosezeitraums 2031 deutlich abnehmen. Gegenläufig dazu wird der Anteil der älteren Menschen mit 65 und mehr Jahren wachsen.
Die aktuellen Unterschiede des Anteils der Kinder und Jugendlichen zwischen 0 und 15 Jahren sind auf Ebene der Politischen Bezirke teilweise sehr ausgeprägt. Auf der einen Seite befinden sich die städtischen Bezirke mit einem weit unterdurchschnittlichen Kinder
und Jugendanteil. In Graz sowie bspw. auch in Salzburg und Linz sowie in Krems an der
Donau beträgt der Anteil der Kinder und Jugendlichen von 0 bis 15 Jahren jeweils um 14%.
Anteilig wenige Kinder und Jugendliche leben auch in den Regionen der Obersteiermark (Leoben, Bruck a.d. Mur, Mürzzuschlag). Mehr Kinder und Jugendliche mit Anteilen um den Österreichwert finden sich dagegen in den ländlicheren Regionen der Steiermark mit vergleichsweise hohem Fertilitätsniveau.
Dieses räumliche Muster wird sich bis 2031 kaum verändern. Bezirke mit einem heute schon niedrigen Anteil an Kindern und Jugendlichen werden großteils auch 2031 einen unterdurchschnittlichen Anteil haben. Markant ist jedoch, dass der Rückgang in Bezirken mit aktuell noch relativ hoher Kinder- und Jugendlichenquote deutlicher ausfallen wird als in anderen Bezirken. Überall dort, wo weder im Rahmen der Suburbanisierung junge Familien mit ihren Kindern zuwandern noch eine nennenswerte internationale Zuwanderung erfolgt, wird der Anteil der Kinder und Jugendlichen deutlich zurückgehen.
Das ist besonders in Bezirken wie Murau oder Hartberg der Fall, die zur Peripherie
Österreichs zählen und die aktuell noch vergleichsweise hohe Werte aufweisen.
Dieser überproportionale Rückgang führt dazu, dass die Streuung der Anteilswerte und die regionalen Disparitäten deutlich kleiner werden. Am Ende des Prognosehorizonts werden alle steirischen politischen Bezirke einen Anteil an 0 bis 15-Jährigen zwischen 10% und 13% aufweisen.
Neben dem Anteil der Kinder und Jugendlichen interessiert auch die Entwicklung der absoluten Zahl dieser Altersgruppe. Für Fragen der Kindergarten- und Schulplanung sind vor allem diese interessant. Hier zeigen die Prognoseergebnisse, dass 2031 nur
in einigen wenigen österreichischen Bezirken ähnlich viele Kinder und Jugendliche leben werden wie 2001. In allen anderen politischen Bezirken sinkt die Zahl der unter-15-jährigen Bevölkerung in den kommenden Jahrzehnten deutlich. Das Ausmaß des Bevölkerungsrückgangs erreicht unter den demographischen Bedingungen der Hauptvariante in einzelnen Regionen Österreichs ein aus heutiger Sicht dramatisches Ausmaß.
Dies trifft insbesondere auch auf die Bezirke der Obersteiermark zu, wo bis 2031 die Zahl der Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren gegenüber heute um mehr als ein
Drittel zurückgeht.

Im Hauptszenario wird die Zahl der Personen über 65 Jahren über den Prognosezeitraum österreichweit in allen Bundesländern stark ansteigen. Vor allem der demographisch bisher
„junge“ Westen Österreichs wird deutlich altern. Hier wirken sich die bislang jüngere Bevölkerung, die relativ stärkeren Geburtsjahrgänge und die Wanderungsgewinne der Vergangenheit aus. Etwas geringer sind die Veränderungen der Anteile älterer Menschen in Niederösterreich und Oberösterreich, deutlich schwächer wird die Zunahme der Zahl älterer Menschen hingegen im Burgenland, in Kärnten, in der Steiermark, und in Wien ausfallen. Dies ist auf eine größere Ausgangsbasis von Älteren in diesen Bundesländern im Jahr 2001 zurückzuführen.
Ein Blick auf die Anteile der Älteren (über 65 Jahre) zeigt jedoch: Trotz der starken Zuwächse werden die westlichen Bundesländer im Jahr 2031 immer noch den niedrigsten Anteil älterer Menschen haben. Am stärksten ausgeprägt ist die Alterung im äußersten Osten und Süden Österreichs. Das Burgenland wird 2031 mit 29% den höchsten Anteil der über 65- Jährigen haben, gefolgt von Kärnten und der Steiermark mit jeweils rund 28%. Auch im Jahr 2001 hatten das Burgenland mit 18% sowie Kärnten und die Steiermark mit jeweils 16% die höchsten Anteile älterer Menschen (65+ Jahre). Am Ende des Prognosezeitraums werden alle Bezirke Österreichs von Alterung betroffen sein. Die 2001 noch beobachtbaren großen Unterschiede werden sich aber verringern. 2031 werden alle steirischen Bezirke einen Anteil an über 65-Jährigen und Älteren zwischen 24% (Graz) und 33% (Mürzzuschlag) aufweisen. Das bedeutet aber auch, dass Prognoseeinheiten mit derzeit noch geringeren Anteilen an älteren EinwohnerInnen eine besonders hohe Steigerung vor sich haben. Im Gegensatz dazu wird es in Regionen, die heute bereits stark von demographischer Alterung gekennzeichnet sind – etwa in der Obersteiermark – nur mehr zu einer geringen Zunahme des Anteils älterer Menschen kommen.
Wichtiger noch als der Anteil der 65-Jährigen und Älteren ist die Zunahme ihrer absoluten Zahl. Nur daraus lassen sich die Konsequenzen für die vorhandene oder zu errichtende Betten- und Betreuungskapazität ableiten. Es zeigt sich dabei, dass in etlichen Regionen bis zum Jahr 2031 eine Zunahme der Zahl der über 65-Jährigen Bevölkerung um zwei Drittel und mehr abzusehen ist. Dazu gehören neben den suburbanen Bezirken der Landeshauptstadt Graz - Graz-Umgebung und Leibnitz - auch die Bezirke Deutschlandsberg, Feldbach, Hartberg und Weiz. Gerade dort wird die Nachfrage nach Pflege- und Betreuungsinfrastruktur besonders groß sein. Dies erfordert eine Umorientierung insbesondere der Gesundheits- und Sozialpolitik.

(Text in Anlehnung an die Publikation „ÖROK-Prognosen 2001-2031
Teil 1: Bevölkerung und Arbeitskräfte nach Regionen und Bezirken Österreichs“.)

 
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