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Wohnen

Haushaltsgrößen 2001, Entwicklung der Zahl der Haushalte 1991-2001

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Freizeitverhalten, Arbeitswelt, Mobilitätsformen und soziale Lebensformen beeinflussen das Wohnen bzw. die Haushaltsgrößen. Auch der steigende Lebensstandard wirkt sich auf die Wohnungsgrößen aus.

Neue alternative Lebensformen, wie das Leben als Single, aber auch unterschiedlichste Wohn- und Lebensgemeinschaften und die Bevölkerungsstruktur verändern die Wohnform nachhaltig. Der gestiegene Lebensstandard äußert sich auch in der zunehmenden PKW-Verfügbarkeit, welche mehr Flexibilität und die Bewältigung weiterer Wege ermöglicht. Lebensformen wie Wohnen im Grünen und Arbeiten in der Stadt werden dadurch möglich und attraktiver, weil vormals weitere Strecken innerhalb von relativ kurzer Zeit im Alltag zurückgelegt werden können. Das bedeutet aber auch, dass nicht ausschließlich das Bevölkerungswachstum, sondern die Änderungen der Lebensformen unserer Gesellschaft den Flächenverbrauch hinkünftig nachhaltig beeinflussen werden. In Summe wohnen immer weniger Personen in einem Haushalt, dadurch steigt die Zahl der Haushalte und der damit benötigte Wohnraum.

Die Anzahl der Privathaushalte wächst kontinuierlich. Der wichtigste Grund für die stark wachsende Zahl der Haushalte ist der deutliche Anstieg der Zahl der allein lebenden Personen. Das war nicht nur in der Vergangenheit so, auch in Zukunft wird sich dieser Trend – zur Kleinfamilie und zu Singlehaushalten – fortsetzen. Die Zahl und Größe der Haushalte hat u.a. Auswirkungen auf den Bedarf an Wohnraum und bestimmten Wohnungsgrößen, auf den Energieverbrauch und den Bedarf an technischer Infrastruktur (Wasserversorgung, Abwasser- und Müllentsorgung, etc.), auf die Ausprägung und die Standorte haushaltsbezogener Dienstleistungen (durch das unterschiedliche Nachfrageverhalten der verschiedenen Haushaltsgrößen und Personengruppen), auf den Bedarf an Naherholungsmöglichkeiten (die ebenfalls von den einzelnen Haushaltstypen unterschiedlich nachgefragt werden) sowie auf Art und Umfang der Verkehrspartizipation. Auch für die Abschätzung des privaten Hilfs- und Pflegepotenzials und die Organisation des Pflegewesens kommt der Entwicklung der Haushalte besondere Bedeutung zu. Insbesondere bei der Planung ambulanter Dienste (Hauskrankenpflege, Alten- und Pflegehilfe, etc.) sollte daher nicht nur von der Anzahl alter Menschen in einer Region ausgegangen werden, sondern auch der jeweilige Anteil der Einpersonenhaushalte stärker in die Betrachtungen und Analysen Eingang finden.

Die Anzahl der Haushalte betrug im Jahr 1981 rund 395.000, 1991 rund 426.000 und im Jahr 2001 waren es bereits rund 469.000, was einer Steigerung innerhalb der vergangenen Dekade von 10,2% entspricht. Differenziert man bei der Betrachtung der Privathaushalte in Ein- und Mehrpersonenhaushalte, so wird ein eindeutiger Trend sichtbar. Die Anzahl der Einpersonenhaushalte nimmt stärker zu als die der Mehrpersonenhaushalte. Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass die Anzahl der Einpersonenhaushalte zwischen 1991 und 2001 um rund 30,1% wuchs, während im selben Zeitraum das Wachstum der Zahl der Mehrpersonenhaushalte nur rund 3,2% betrug. In absoluten Zahlen gemessen, heißt das: 1991 gab es 110.000 Einpersonen- und 316.000 Mehrpersonenhaushalte (25,9 bzw. 74,1% aller Haushalte). Im Jahr 2001 betrug die Anzahl der Einpersonenhaushalte bereits 143.000 (30,5% aller Haushalte), in 326.000 Haushalten lebten mindestens zwei Personen (69,5% aller Haushalte). Nach den Prognosen der Statistik Austria wird sich das überproportionale Wachstum der Zahl der Haushalte allein lebender Personen in Zukunft noch weiter verstärken. Der Anteil der Einpersonenhaushalte ist in der vergangenen Dekade im Österreichdurchschnitt um 3,9%-Punkte gestiegen und betrug im Jahr 2001 33,5% (Österreich ohne Wien: 30,2%).

Die durchschnittliche Haushaltsgröße sank von 2,74 im Jahr 1991 auf 2,50 im Jahr 2001. Die Haushalte werden auch kleiner, weil immer mehr Menschen ein höheres Alter erreichen und ältere Menschen überwiegend allein oder zu zweit leben, aufgrund von höheren Scheidungsraten, ebenso spielt der Rückgang der Zahl der Mehrfamilien-Haushalte (v.a. in den agrarischen Regionen) eine große Rolle. Auf Bezirksebene betrachtet, zeigen sich hier jedoch z.T. deutliche regionale Unterschiede, die sich vor allem durch den Urbanisierungs- bzw. Industrialisierungsgrad einer Region erklären lassen. So haben bspw. die Städte die mit Abstand höchsten Anteile an Einpersonenhaushalten (Graz 43,1%), überdurchschnittlich hohe Anteile an Einpersonenhaushalten finden sich auch in den Industriebezirken der Obersteiermark (Leoben 35,9%, Bruck an der Mur 33,1%). Die im Durchschnitt niedrigsten Anteile an Einpersonenhaushalten (bzw. größten Anteile an Mehrpersonenhaushalten) finden sich heute noch vor allem in den peripheren Bezirken mit hohem Agraranteil (Hartberg 20,5%, Feldbach 20,7%, Weiz 20,8%). Allerdings ist auch in diesen Bezirken die Zahl der Einpersonenhaushalte in der vergangenen Dekade überproportional stark gestiegen.

 
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